Shine on you crazy diamond
... und fühle mich unversehens um dreißig Jahre zurückversetzt, wie wir in meinem kleinen Zimmer auf dem Teppich lungerten. Rund um die irdene Teekanne auf dem irdenen unglasierten Stövchen, und aromatisierten Tee aus kleinen dickwandigen henkellosen irdenen Becherchen tranken. Zimttee mit Massen von Kandiszucker, Karamelltee. - Shine on you crazy diamond - Berauscht allein von der Musik und unseren großen Erwartungen an das Leben, die riesig, nebelhaft und ungreifbar wie Wolken waren. Sie passten nicht in unsere Köpfe, sondern umhüllten sie wie eine Aura, der flirrende Heiligenschein unserer unschuldigen Jugend.
Shine on you crazy diamond.
We`re just two lost souls swimming in a fish bowl. Immerhin haben wir gute Musik gehört - überirdisch gute, wie ich jetzt weiß. Und ich hätte gern mein ursprüngliches Tempo zurück. Mein Traumtempo, mein traumwandlerisches Denken und Empfinden, den trüffelschweinhaften Riecher für interessante Emotionen. Shine on you crazy diamond! Come on you miner for truth and delusion. And shine!
Sonntag, 7. Februar 2010
Montag, 15. Juni 2009
Blockiert und eingeschüchtert
Hilfe, ich stecke fest. Es geht nicht vorwärts.
Ich habe mit einem Bauingenieur telefoniert, der selbst im Rollstuhl sitzt und natürlich schon Rollstuhlwohnungen gebaut hat. Sein Rat ist wertvoll für mich. Er sagt, er habe sich früher als Bauträger engagiert, dabei aber die Erfahrung gemacht, dass sich ausgesprochene Rollstuhlwohnungen nicht verkauften. Er benutzte das Wort Stigmatisierung. - Was heißt das?
Stigma - Brandmal, Wundmal. Meine Güte. Ich will doch einfach nur komfortable Wohnungen bauen.
Man dürfe nicht den Eindruck erwecken, es sei ein Krankenhaus oder Behindertenheim.
Aber es ist ein ganz normales (meiner Ansicht nach besonders hübsches) 50er-Jahre-Haus, in dessen oberen Stockwerken die unterschiedlichsten Menschen wohnen, Studenten, Rentner, Angestellte.
Der Bauingenieur hat mir ein bisschen den Wind aus den Segeln genommen (die schon vorher nicht mehr gerade prall waren). Schließlich muss ich, um das Geld aufzutreiben, voll von der Sache überzeugt sein, sonst werde ich weder Banken noch Freunde dazu bringen können, in die Sache zu investieren.
Aber der Ing. hat wenigstens Ahnung - von Immobilien und von Barrierefreiheit - und wird insofern ein wichtiger Ansprechpartner für mich bleiben. Allerdings stecke er selbst gerade mitten im Umzug und sei erst in ein paar Wochen wieder einsatzbereit.
Anschließend habe ich noch einmal versucht, die Beraterin für barrierefreies Bauen der Verbraucherzentrale zu erreichen. Aber auch das hat meinem Mut nicht auf die Sprünge geholfen.
Nach dem nervtötend lauten Gedudel der Telefonwarteschleife - düdelüüt, ihre Verbindung wird gehalten, düdelüüt - kam die Stimme der sogenannten Beraterin dünn und spröde an mein Ohr, so ein depressives Frauchen, das mir hauptsächlich erzählte, was sie alles nicht bieten könne.
Echte Psycho-Freaks werden sagen, diese Wahrnehmung sei eine Spiegelung meiner eigenen Befindlichkeit. - Mag sein. Schlimm genug.
Während im Iran die Opposition niedergeknüppelt wird, zerfließe ich also mal wieder in Selbstmitleid. Na klasse. Und frage mich, wie es weitergehen soll.
Übernächste Woche ist Eigentümerversammlung, und ich weiß nicht, ob ich die anderen schon in meinen Plan einweihen soll. Immerhin steht und fällt das Ganze mit der Bereitschaft der Eigentümergemeinschaft, den baulichen Veränderungen zuzustimmen. Und, wenn möglich, diese auch zu finanzieren, wenigstens soweit es die Außenanlagen betrifft.
Auch die Fenster müssen ausgetauscht werden, einerseits wahrscheinlich wegen des fragwürdigen energetischen Standards, andererseits, weil die Kneipen-(schau-)fenster für Wohnzwecke doch zu groß sind.
Übrigens würde die Raumhöhe sogar den Einbau einer automatischen Belüftung zulassen, also den Einsatz von Wärmetauschern ... Mit reichlich Geld könnte man aus den 160 qm echtes Vorzeigeprojekt machen. Von diesem Gedanken komme ich nicht los.
Ich wollte ja warten, bis Herr Fru mit seiner Preisforderung noch weiter runter geht. Es läuft mir nichts davon, hatte ich mir bisher gesagt.
Allerdings wird in den Zeitungen schon über eine Wende in der Zinspolitik orakelt. Und da die Banken Leitzinserhöhungen schon gerne vorwegnehmen ... und die Gründung einer GmbH wohl auch ihre Zeit brauchen würde ... fällt es mir schwer, wirklich ruhig zu bleiben.
Ich habe mit einem Bauingenieur telefoniert, der selbst im Rollstuhl sitzt und natürlich schon Rollstuhlwohnungen gebaut hat. Sein Rat ist wertvoll für mich. Er sagt, er habe sich früher als Bauträger engagiert, dabei aber die Erfahrung gemacht, dass sich ausgesprochene Rollstuhlwohnungen nicht verkauften. Er benutzte das Wort Stigmatisierung. - Was heißt das?
Stigma - Brandmal, Wundmal. Meine Güte. Ich will doch einfach nur komfortable Wohnungen bauen.
Man dürfe nicht den Eindruck erwecken, es sei ein Krankenhaus oder Behindertenheim.
Aber es ist ein ganz normales (meiner Ansicht nach besonders hübsches) 50er-Jahre-Haus, in dessen oberen Stockwerken die unterschiedlichsten Menschen wohnen, Studenten, Rentner, Angestellte.
Der Bauingenieur hat mir ein bisschen den Wind aus den Segeln genommen (die schon vorher nicht mehr gerade prall waren). Schließlich muss ich, um das Geld aufzutreiben, voll von der Sache überzeugt sein, sonst werde ich weder Banken noch Freunde dazu bringen können, in die Sache zu investieren.
Aber der Ing. hat wenigstens Ahnung - von Immobilien und von Barrierefreiheit - und wird insofern ein wichtiger Ansprechpartner für mich bleiben. Allerdings stecke er selbst gerade mitten im Umzug und sei erst in ein paar Wochen wieder einsatzbereit.
Anschließend habe ich noch einmal versucht, die Beraterin für barrierefreies Bauen der Verbraucherzentrale zu erreichen. Aber auch das hat meinem Mut nicht auf die Sprünge geholfen.
Nach dem nervtötend lauten Gedudel der Telefonwarteschleife - düdelüüt, ihre Verbindung wird gehalten, düdelüüt - kam die Stimme der sogenannten Beraterin dünn und spröde an mein Ohr, so ein depressives Frauchen, das mir hauptsächlich erzählte, was sie alles nicht bieten könne.
Echte Psycho-Freaks werden sagen, diese Wahrnehmung sei eine Spiegelung meiner eigenen Befindlichkeit. - Mag sein. Schlimm genug.
Während im Iran die Opposition niedergeknüppelt wird, zerfließe ich also mal wieder in Selbstmitleid. Na klasse. Und frage mich, wie es weitergehen soll.
Übernächste Woche ist Eigentümerversammlung, und ich weiß nicht, ob ich die anderen schon in meinen Plan einweihen soll. Immerhin steht und fällt das Ganze mit der Bereitschaft der Eigentümergemeinschaft, den baulichen Veränderungen zuzustimmen. Und, wenn möglich, diese auch zu finanzieren, wenigstens soweit es die Außenanlagen betrifft.
Auch die Fenster müssen ausgetauscht werden, einerseits wahrscheinlich wegen des fragwürdigen energetischen Standards, andererseits, weil die Kneipen-(schau-)fenster für Wohnzwecke doch zu groß sind.
Übrigens würde die Raumhöhe sogar den Einbau einer automatischen Belüftung zulassen, also den Einsatz von Wärmetauschern ... Mit reichlich Geld könnte man aus den 160 qm echtes Vorzeigeprojekt machen. Von diesem Gedanken komme ich nicht los.
Ich wollte ja warten, bis Herr Fru mit seiner Preisforderung noch weiter runter geht. Es läuft mir nichts davon, hatte ich mir bisher gesagt.
Allerdings wird in den Zeitungen schon über eine Wende in der Zinspolitik orakelt. Und da die Banken Leitzinserhöhungen schon gerne vorwegnehmen ... und die Gründung einer GmbH wohl auch ihre Zeit brauchen würde ... fällt es mir schwer, wirklich ruhig zu bleiben.
Mittwoch, 10. Juni 2009
Was bisher geschah
14. Mai 2009 Ein Luftschloss – rollstuhltauglich
Beginne ich noch schnell, bevor dieser Tag zu Ende geht, diesen Blog.
Es geht um 160 qm. Ungefähr 160 qm, im Erdgeschoss. Gegenwärtig ist eine Kneipe drin und ein kleiner, verwaister Friseurladen. Diese Fläche möchte in rollstuhltaugliche Wohnungen umwandeln.
Der Laden steht schon seit einigen Monaten leer und zum Verkauf. Die Kneipe wird als Raucherkneipe betrieben und nervt die Bewohner des Hauses, wegen des nächtlichen Lärms. Auch die Kneipenimmobilie steht zum Verkauf, aber wer bindet sich schon eine Kneipe ans Bein, in einer Gegend, wo es kaum Laufkundschaft gibt, in einem stillen, grünen Winkel der Stadt.
Ich beginne diesen Blog quasi unter Ausschluss oder zumindest ohne besondere Einladung der Öffentlichkeit … mitten im Netz, ganz still und leise. Fotos vom Projekt wird es erst geben, wenn der Kaufvertrag unterzeichnet ist, die Finanzierung steht. Bisher weiß ich noch nicht mal den Kaufpreis. Umfangreiche Umbauten werden nötig sein. Eine Rampe natürlich. Der Grundriss muss geändert, eine weitere Terrasse angelegt werden. Die Außenarbeiten sind eigentlich Sache der Eigentümergemeinschaft oder müssen zumindest von ihr bewilligt werden.
Das ist nicht mein erstes Bauprojekt, aber das erste von dieser Größe. Und ein weiterer Unterschied: Bei den vorherigen hatte ich wenigstens etwas Eigenkapital, jetzt aber keins mehr. Aber sollte es etwa am Geld scheitern?! – Hahaha.
18. Mai 2009 morgen wirds spannend
Ein kleiner Schritt: ich hab mich für morgen mit dem Eigentümer der Kneipenimmobilie verabredet. Am Telefon wollte er keine Aussage über den Kaufpreis machen. Das allein würde auch nicht alle Fragen beantworten. Ich brauche Infos über den gegenwärtigen Pachtvertrag (Kündigungsfrist) und den Grundriss. Über die Umgestaltung der Außenanlagen habe ich schon eine Liste angelegt:
Änderung der Außenanlage :
- 1 Behindertenparkplatz- Rampe ca. 18 m lang
- neue Mülltonnenfläche
- erhöhter Mülltonnen-Zugang
- automatische Türöffner
- schwellenlose Haustüren
- neue Terrasse
- Vordach
- unterfahrbare Blumenkübel als Terrassenbegrenzung
Wenn ich morgen den Kaufpreis erfahre, kann es sein, dass sich dieser Blog schnell erübrigt hat. Aber natürlich werde ich kämpfen. Freundlicher gesagt: verhandeln.
19. Mai 2009 Aufwachen!?
Keine guten Nachrichten. Wir sitzen in der Sonne, beide gut gelaunt, und der Eigentümer erzählt mir, wie überaus rentabel seine Immobilie sei. – Aha?
Die Pacht gehe regelmäßig ein, er brauche sich um nichts zu kümmern. – Aha?
Unterlagen habe er noch nicht mitgebracht, er wolle erstmal wissen, was ich mir denn so vorstelle. – Hmm.
Denn wenn unsere Vorstellungen – seine und meine – zu weit auseinander lägen, dann bräuchten wir uns gar nicht weiter zu bemühen. – Aha.
In der Folge zeigt sich, dass unsere Vorstellungen in der Tat weit auseinander liegen. Ich sage, dass ich die Immobilie sicher nicht zur Nutzung als Gastro-Immobilie haben wolle.
Als was denn dann?
Ich, in Sorge, er könne meine Idee klauen, sage was von Ateliers oder Wohnnutzung, auf jeden Fall sei ein Umbau nötig. Um mehr sagen zu können müsse ich aber erst mal einen Grundriss sehen.
Er erzählt mir von den glorreichen Tagen, die er mit dieser Immobilie erlebt habe, wie früher die Arbeiter nach der Schicht auf ein Bierchen gekommen seien, und aus dem einen seien zwei, drei, viele geworden … Und früher habe sich nie jemand über Lärm beschwert, erst seit einigen Jahren …
Genau. Und die schöne Zeit wird nie wieder kommen. Hoffe ich. Ich sitze also neben diesem alten Geldsack und sehe meine Felle davon schwimmen. Andererseits merke ich, dass er den Laden lieber heute als morgen los würde. Er will mindestens 130 000 dafür. Plus Friseurladen plus Kaufnebenkosten wären wir dann schnell bei 180 000 plus mindestens Hunderttausend für den Umbau – unter der Voraussetzung, dass für die Außenanlagen größtenteils die Eigentümergemeinschaft aufkäme. Also illusorisch, mein Plan.
Dazu kommt, dass mein Mann mir vorwirft, ich würde unsere Existenz aufs Spiel setzen. Aber das will ich nicht und werde es auch nicht tun.
Aber andere bauen auch ohne Geld. Schneider zum Beispiel – baute. Und landete im Knast. So geht es nicht.
Wahrscheinlich werde ich eine GmbH gründen müssen. Kapitalgeber finden. Stille Teilhaber. Unterstützer für meine gute Idee.
Eins ist klar: Das schnelle Geld ist mit diesem Projekt nicht zu machen. Aber klar ist auch: Der alte Geldsack will seine Kneipe loswerden. Die Zeit arbeitet für mich. Und es gibt öffentliche Förderung.
Der nächste Schritt wird sein, zur Beratungsstelle für barrierefreies Bauen zu gehen und dort zu fragen, ob und wie mein Projekt gefördert würde. Der Eigentümer der Kneipe, nennen wir ihn Herrn Fru, wird sich vielleicht dazu durchringen, mir einen Grundriss zuzuschicken. Sicherlich wird er das nicht innerhalb der nächsten beiden Wochen tun. Dieses Spielchen, den Verhandlungspartner warten zu lassen, ist durchaus üblich, ich habe es bei meinen kleineren Projekten auch erlebt, es hat mich manchmal fast zum Wahnsinn getrieben. Diesmal nicht. Diesmal habe ich Geduld. Habe keine Angst, jemand anderer könnte mir diese Traum-Immobilie vor der Nase wegschnappen. Sicher nicht. Warten wir`s ab. Kann aber sein, dass es in der nächsten Zeit hier keinen neuen Eintrag geben wird.
Ende Juni ist Eigentümerversammlung. Die Lärmbelästigung durch die Kneipe steht mal wieder auf der Tagesordnung. Herr Fru hat angedeutet, dass er nicht kommen wird. Ihm ist das alles zu dumm. Er bekomme seine Pacht, alles andere sei ihm jetzt egal. Also dann …
20. Mai 2009 Staatsknete
Dafür gibts Förderung! – jubelt jeder, dem ich von meinem Plan erzähle.
Aah, Förderung! Wunderbarer Geldsegen des Staates! Regne er auf mich herab!
Heute hab ich mich durch etliche PDF-Dateien gefressen, in denen Förderprogramme erläutert und Antragsformulare bereitgestellt sind. Bei der Verbraucherzentrale war die betreffende Beraterin (Architektin) leider heute nicht da. Man empfahl mir die Landestreuhandbank. Auf deren Internetseite ein wunderbares Förderprogramm – leider nur für Vorhaben mit mindestens vier Wohneinheiten. Und die bringe ich auf 160 Quadratmetern beim besten Willen nicht unter. Eine freundliche Servicedame der Bank bot mir an, beim Finanzministerium anzufragen, ob eventuell eine Ausnahme möglich sei. Dazu müsse sie allerdings die genaue Objektadresse wissen. Die will ich aber noch nicht preisgeben. Die Bank-Mitarbeiterin schien das als ein unbotmäßiges Misstrauen gegen sich persönlich aufzufassen. Immerhin: Es gibt Hoffnung. Zu meiner großen und freudigen Überraschung rechnet man dort nicht nur die Umbaukosten sondern auch die Anschaffungskosten zu den förderungswürdigen Ausgaben. Das würde den Kauf enorm erleichtern! – Aber vier Wohnungen werden es eben trotzdem nicht.
28. Mai 2009 Endlich ein Grundriss, aber …
Ganz langsam geht`s voran. Gestern habe ich einen Grundriss des Erdgeschosses bekommen – übrigens nicht von Herrn Fru. Viel anfangen lässt sich mit dem Grundriss nicht, weil keine Maße dabei stehen. Heute hab ich versucht, den Makler zu erreichen, der den Friseurladen vertickt – provisionsfrei übrigens. Ich kann mich erinnern, dass der Friseurladen-Eigentümer mal eine Eigentümerversammlung völlig entnervt verlassen hat, weil ihm die heißen aber weitgehend fruchtlosen Diskussionen auf die Nerven gingen. Jemand der sowas nicht aussitzen kann, sollte sich nicht in eine WEG einkaufen. Trotzdem – oder gerade deshalb – war mir der Friseurladen-Eigentümer sympathisch.
Die Beratungsstelle für barrierefreies Bauen und die Behindertenbeauftragte hab ich noch nicht konsultiert, dazu bin ich noch nicht gekommen.
Noch immer sind diese Fragen offen:
Was wird die Gastro-Immobilie kosten?
Wie lässt sich die Gesamtfläche möglichst günstig in möglichst viele möglichst komfortable rollstuhltaugliche Wohnungen aufteilen?
Woher kommt das Geld dafür?
Ich bin optimistisch, dass sich diese Fragen innerhalb des nächsten halben Jahres klären lassen werden. Der Umgang mit solchen Dingen hat mich Geduld gelehrt.
Sogleich fallen mir ein paar Volksweisheiten dazu ein: Gut Ding will Weile haben. Et hätt noch imme jut jejange. Vorfreude ist die schönste Freude. Der pure Optimismus also.
30. Mai 2009 Oh Makler!
Gestern rief der Makler an, der den Friseurladen vermittelt. Ich war gerade beim Mittagessen. “Welches Gewerbe betreiben Sie denn?”, fragt der Makler. - Huch? Soll ich mich jetzt als Journalistin outen. Gerade noch rechtzeitig fällt mir ein, auf was er wahrscheinlich hinauswill:“Sie meinen, was ich mit dem Laden anfagen will?” – “Genau.”“Äh, ich denke, man könnte ihn vielleicht als Atelier nutzen …? Aber ich müsste ihn erstmal von innen sehen.”
Offenbar will der Gute nicht zum x-ten mal vergeblich diese Mini-Immobilie zeigen, jedenfalls beginnt er, mir ungefragt die gröbsten Nachteile des kleinen Ladens aufzuzählen: dass er kein Kunden-WC habe, sondern dass nur eine steile Stiege unter einer Falltür in den Keller führe, wo ein WC und ein Waschmaschinenanschluss – allerdings nicht mehr ganz zeitgemäß – vorhanden sind, und dass man das keinem Kunden zumuten könne. Das wusste ich erstens vorher, und zweitens fällt es nicht weiter ins Gewicht, denn es werden umfassende Umbauten nötig, und mit einem normalen Klo kann ich sowieso nichts anfangen, weil sämtliche Sanitäranlagen neu, groß und rollstuhltauglich werden müssen. Aber ihm das auf die Nase zu binden hieße, wertvolle Argumente für die Verhandlung zu verschenken.
“Hm. Klingt ziemlich exotisch. Aber anschauen würde ich es mir trotzdem gern.”
Ich möchte einfach nur einen Termin vereinbaren und mich dann wieder meinem erkaltenden Mittagessen zuwenden. Aber der Makler ist noch nicht fertig mit dem Versuch, mir den Laden auszureden:“Und dann ist da noch die Kneipe?”
“Kneipe?”
“Ja, nebenan ist eine Kneipe.”
“Aber die hat doch einen separaten Eingang. Die hat doch mit dem Laden eigentlich nichts zu tun?!”
“Ich wollte es nur gesagt haben.”
Aha. Also für die wenigen Interessenten, die sich den Laden angeschaut haben, war die Kneipe wohl ein Argument, sich abzuwenden. Wenn das Herr Fru wüsste.
Der Makler hat mir dann doch noch einen Besichtungstermin bewilligt. Nächsten Mittwoch. Das wird mich nicht sehr viel weiter bringen, denn der Laden nimmt nur etwa ein Fünftel der Gesamtfläche ein. Ohne die Kneipe würde ich mit dem Laden nichts anfangen können. Ich muss also versuchen, den Kauf von Laden und Kneipe gleichzeitig auf den Weg zu bringen. Das eine ohne das andere funktioniert nicht. Trotzdem, ich freue mich auf Mittwoch. Nächste Woche werde ich auch dazu kommen, weitere Infos über Rollstuhlwohnungen einzuholen. Außerdem will ich unsere Steuerberaterin zum Thema Firmengründung befragen. Aber jetzt ist erstmal Pfingsten, und ich versuche, mich zu entspannen.
8. Juni Angst vor der eigenen Courage
Schon wird mir schwummrig beim Gedanken an die Verantwortung, die ich übernehme. Noch ist kein Vertrag unterzeichnet, nichts Wesentliches passiert. Aber ich hab schon feuchte Hände.
Was ich heute vormittag geschafft hab:
- mit der Behindertenbeauftragten telefoniert, die sagt: Der Bedarf ist groß! Nicht nur Mietinteressenten, auch Interessenten für Eigentumswohnungen. Sie hat mir die Nummer eines Bauingenieurs gegeben, der auf barrierefreies Bauen spezialisiert ist, und mit dem ich über den Grundriss sprechen kann.
- mit Horst telefoniert. Er will mir seine Firma abtreten, die er nicht mehr braucht und die nur dazu taugte, seinem Vater ein kleines Geschäftsführer-Salär zu besorgen.Sowas ist mir suspekt, und ich sage, für mich sei das nur interssant, wenn er Geld in der Firma drinließe, als stille Einlage.Beim ersten mal übergeht er die implizierte Frage. Als ich beharre, will er wissen, was ich eigentlich genau vorhabe. Also erkläre ich ihm den ganzen Plan.
Er meint, die Bank würde kein Geld dafür geben. Aber wenn doch, dann könnten wir das ja vielleicht gemeinsam machen.
Im Klartext, er würde Gesellschafter werden wollen. Haha. Will ich mir so einen ausgefuchsten Typen ins Boot holen?
Es geht darum, so viel Geld wie möglich einzusammeln, um der Bank eine gewisse Sicherheit zu geben. Geld kommt nur dahin, wo schon Geld ist, oder: Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen.
- für morgen einen Termin bei der Bank gemacht. Einfach mal vorfühlen, wie die Stimmung so ist.
"Meine" Bankerin ist nicht gerade ein Kommunikationsgenie. Sie will Zahlen hören, die sie sogleich in ihren Rechner hackt, und dann sagt sie: Zinsen soundso viel Prozent, monatliche Belastung so und so hoch, Restschuld X nach X Jahren. Bisher hat sie immer gestaunt, wie günstig ich einkaufe. Und dass ich das mit den Handwerkern so hinkriege - "Sie als Frau!" - sagt sie.
Meine Güte. Wie wird es weitergehen.
Beginne ich noch schnell, bevor dieser Tag zu Ende geht, diesen Blog.
Es geht um 160 qm. Ungefähr 160 qm, im Erdgeschoss. Gegenwärtig ist eine Kneipe drin und ein kleiner, verwaister Friseurladen. Diese Fläche möchte in rollstuhltaugliche Wohnungen umwandeln.
Der Laden steht schon seit einigen Monaten leer und zum Verkauf. Die Kneipe wird als Raucherkneipe betrieben und nervt die Bewohner des Hauses, wegen des nächtlichen Lärms. Auch die Kneipenimmobilie steht zum Verkauf, aber wer bindet sich schon eine Kneipe ans Bein, in einer Gegend, wo es kaum Laufkundschaft gibt, in einem stillen, grünen Winkel der Stadt.
Ich beginne diesen Blog quasi unter Ausschluss oder zumindest ohne besondere Einladung der Öffentlichkeit … mitten im Netz, ganz still und leise. Fotos vom Projekt wird es erst geben, wenn der Kaufvertrag unterzeichnet ist, die Finanzierung steht. Bisher weiß ich noch nicht mal den Kaufpreis. Umfangreiche Umbauten werden nötig sein. Eine Rampe natürlich. Der Grundriss muss geändert, eine weitere Terrasse angelegt werden. Die Außenarbeiten sind eigentlich Sache der Eigentümergemeinschaft oder müssen zumindest von ihr bewilligt werden.
Das ist nicht mein erstes Bauprojekt, aber das erste von dieser Größe. Und ein weiterer Unterschied: Bei den vorherigen hatte ich wenigstens etwas Eigenkapital, jetzt aber keins mehr. Aber sollte es etwa am Geld scheitern?! – Hahaha.
18. Mai 2009 morgen wirds spannend
Ein kleiner Schritt: ich hab mich für morgen mit dem Eigentümer der Kneipenimmobilie verabredet. Am Telefon wollte er keine Aussage über den Kaufpreis machen. Das allein würde auch nicht alle Fragen beantworten. Ich brauche Infos über den gegenwärtigen Pachtvertrag (Kündigungsfrist) und den Grundriss. Über die Umgestaltung der Außenanlagen habe ich schon eine Liste angelegt:
Änderung der Außenanlage :
- 1 Behindertenparkplatz- Rampe ca. 18 m lang
- neue Mülltonnenfläche
- erhöhter Mülltonnen-Zugang
- automatische Türöffner
- schwellenlose Haustüren
- neue Terrasse
- Vordach
- unterfahrbare Blumenkübel als Terrassenbegrenzung
Wenn ich morgen den Kaufpreis erfahre, kann es sein, dass sich dieser Blog schnell erübrigt hat. Aber natürlich werde ich kämpfen. Freundlicher gesagt: verhandeln.
19. Mai 2009 Aufwachen!?
Keine guten Nachrichten. Wir sitzen in der Sonne, beide gut gelaunt, und der Eigentümer erzählt mir, wie überaus rentabel seine Immobilie sei. – Aha?
Die Pacht gehe regelmäßig ein, er brauche sich um nichts zu kümmern. – Aha?
Unterlagen habe er noch nicht mitgebracht, er wolle erstmal wissen, was ich mir denn so vorstelle. – Hmm.
Denn wenn unsere Vorstellungen – seine und meine – zu weit auseinander lägen, dann bräuchten wir uns gar nicht weiter zu bemühen. – Aha.
In der Folge zeigt sich, dass unsere Vorstellungen in der Tat weit auseinander liegen. Ich sage, dass ich die Immobilie sicher nicht zur Nutzung als Gastro-Immobilie haben wolle.
Als was denn dann?
Ich, in Sorge, er könne meine Idee klauen, sage was von Ateliers oder Wohnnutzung, auf jeden Fall sei ein Umbau nötig. Um mehr sagen zu können müsse ich aber erst mal einen Grundriss sehen.
Er erzählt mir von den glorreichen Tagen, die er mit dieser Immobilie erlebt habe, wie früher die Arbeiter nach der Schicht auf ein Bierchen gekommen seien, und aus dem einen seien zwei, drei, viele geworden … Und früher habe sich nie jemand über Lärm beschwert, erst seit einigen Jahren …
Genau. Und die schöne Zeit wird nie wieder kommen. Hoffe ich. Ich sitze also neben diesem alten Geldsack und sehe meine Felle davon schwimmen. Andererseits merke ich, dass er den Laden lieber heute als morgen los würde. Er will mindestens 130 000 dafür. Plus Friseurladen plus Kaufnebenkosten wären wir dann schnell bei 180 000 plus mindestens Hunderttausend für den Umbau – unter der Voraussetzung, dass für die Außenanlagen größtenteils die Eigentümergemeinschaft aufkäme. Also illusorisch, mein Plan.
Dazu kommt, dass mein Mann mir vorwirft, ich würde unsere Existenz aufs Spiel setzen. Aber das will ich nicht und werde es auch nicht tun.
Aber andere bauen auch ohne Geld. Schneider zum Beispiel – baute. Und landete im Knast. So geht es nicht.
Wahrscheinlich werde ich eine GmbH gründen müssen. Kapitalgeber finden. Stille Teilhaber. Unterstützer für meine gute Idee.
Eins ist klar: Das schnelle Geld ist mit diesem Projekt nicht zu machen. Aber klar ist auch: Der alte Geldsack will seine Kneipe loswerden. Die Zeit arbeitet für mich. Und es gibt öffentliche Förderung.
Der nächste Schritt wird sein, zur Beratungsstelle für barrierefreies Bauen zu gehen und dort zu fragen, ob und wie mein Projekt gefördert würde. Der Eigentümer der Kneipe, nennen wir ihn Herrn Fru, wird sich vielleicht dazu durchringen, mir einen Grundriss zuzuschicken. Sicherlich wird er das nicht innerhalb der nächsten beiden Wochen tun. Dieses Spielchen, den Verhandlungspartner warten zu lassen, ist durchaus üblich, ich habe es bei meinen kleineren Projekten auch erlebt, es hat mich manchmal fast zum Wahnsinn getrieben. Diesmal nicht. Diesmal habe ich Geduld. Habe keine Angst, jemand anderer könnte mir diese Traum-Immobilie vor der Nase wegschnappen. Sicher nicht. Warten wir`s ab. Kann aber sein, dass es in der nächsten Zeit hier keinen neuen Eintrag geben wird.
Ende Juni ist Eigentümerversammlung. Die Lärmbelästigung durch die Kneipe steht mal wieder auf der Tagesordnung. Herr Fru hat angedeutet, dass er nicht kommen wird. Ihm ist das alles zu dumm. Er bekomme seine Pacht, alles andere sei ihm jetzt egal. Also dann …
20. Mai 2009 Staatsknete
Dafür gibts Förderung! – jubelt jeder, dem ich von meinem Plan erzähle.
Aah, Förderung! Wunderbarer Geldsegen des Staates! Regne er auf mich herab!
Heute hab ich mich durch etliche PDF-Dateien gefressen, in denen Förderprogramme erläutert und Antragsformulare bereitgestellt sind. Bei der Verbraucherzentrale war die betreffende Beraterin (Architektin) leider heute nicht da. Man empfahl mir die Landestreuhandbank. Auf deren Internetseite ein wunderbares Förderprogramm – leider nur für Vorhaben mit mindestens vier Wohneinheiten. Und die bringe ich auf 160 Quadratmetern beim besten Willen nicht unter. Eine freundliche Servicedame der Bank bot mir an, beim Finanzministerium anzufragen, ob eventuell eine Ausnahme möglich sei. Dazu müsse sie allerdings die genaue Objektadresse wissen. Die will ich aber noch nicht preisgeben. Die Bank-Mitarbeiterin schien das als ein unbotmäßiges Misstrauen gegen sich persönlich aufzufassen. Immerhin: Es gibt Hoffnung. Zu meiner großen und freudigen Überraschung rechnet man dort nicht nur die Umbaukosten sondern auch die Anschaffungskosten zu den förderungswürdigen Ausgaben. Das würde den Kauf enorm erleichtern! – Aber vier Wohnungen werden es eben trotzdem nicht.
28. Mai 2009 Endlich ein Grundriss, aber …
Ganz langsam geht`s voran. Gestern habe ich einen Grundriss des Erdgeschosses bekommen – übrigens nicht von Herrn Fru. Viel anfangen lässt sich mit dem Grundriss nicht, weil keine Maße dabei stehen. Heute hab ich versucht, den Makler zu erreichen, der den Friseurladen vertickt – provisionsfrei übrigens. Ich kann mich erinnern, dass der Friseurladen-Eigentümer mal eine Eigentümerversammlung völlig entnervt verlassen hat, weil ihm die heißen aber weitgehend fruchtlosen Diskussionen auf die Nerven gingen. Jemand der sowas nicht aussitzen kann, sollte sich nicht in eine WEG einkaufen. Trotzdem – oder gerade deshalb – war mir der Friseurladen-Eigentümer sympathisch.
Die Beratungsstelle für barrierefreies Bauen und die Behindertenbeauftragte hab ich noch nicht konsultiert, dazu bin ich noch nicht gekommen.
Noch immer sind diese Fragen offen:
Was wird die Gastro-Immobilie kosten?
Wie lässt sich die Gesamtfläche möglichst günstig in möglichst viele möglichst komfortable rollstuhltaugliche Wohnungen aufteilen?
Woher kommt das Geld dafür?
Ich bin optimistisch, dass sich diese Fragen innerhalb des nächsten halben Jahres klären lassen werden. Der Umgang mit solchen Dingen hat mich Geduld gelehrt.
Sogleich fallen mir ein paar Volksweisheiten dazu ein: Gut Ding will Weile haben. Et hätt noch imme jut jejange. Vorfreude ist die schönste Freude. Der pure Optimismus also.
30. Mai 2009 Oh Makler!
Gestern rief der Makler an, der den Friseurladen vermittelt. Ich war gerade beim Mittagessen. “Welches Gewerbe betreiben Sie denn?”, fragt der Makler. - Huch? Soll ich mich jetzt als Journalistin outen. Gerade noch rechtzeitig fällt mir ein, auf was er wahrscheinlich hinauswill:“Sie meinen, was ich mit dem Laden anfagen will?” – “Genau.”“Äh, ich denke, man könnte ihn vielleicht als Atelier nutzen …? Aber ich müsste ihn erstmal von innen sehen.”
Offenbar will der Gute nicht zum x-ten mal vergeblich diese Mini-Immobilie zeigen, jedenfalls beginnt er, mir ungefragt die gröbsten Nachteile des kleinen Ladens aufzuzählen: dass er kein Kunden-WC habe, sondern dass nur eine steile Stiege unter einer Falltür in den Keller führe, wo ein WC und ein Waschmaschinenanschluss – allerdings nicht mehr ganz zeitgemäß – vorhanden sind, und dass man das keinem Kunden zumuten könne. Das wusste ich erstens vorher, und zweitens fällt es nicht weiter ins Gewicht, denn es werden umfassende Umbauten nötig, und mit einem normalen Klo kann ich sowieso nichts anfangen, weil sämtliche Sanitäranlagen neu, groß und rollstuhltauglich werden müssen. Aber ihm das auf die Nase zu binden hieße, wertvolle Argumente für die Verhandlung zu verschenken.
“Hm. Klingt ziemlich exotisch. Aber anschauen würde ich es mir trotzdem gern.”
Ich möchte einfach nur einen Termin vereinbaren und mich dann wieder meinem erkaltenden Mittagessen zuwenden. Aber der Makler ist noch nicht fertig mit dem Versuch, mir den Laden auszureden:“Und dann ist da noch die Kneipe?”
“Kneipe?”
“Ja, nebenan ist eine Kneipe.”
“Aber die hat doch einen separaten Eingang. Die hat doch mit dem Laden eigentlich nichts zu tun?!”
“Ich wollte es nur gesagt haben.”
Aha. Also für die wenigen Interessenten, die sich den Laden angeschaut haben, war die Kneipe wohl ein Argument, sich abzuwenden. Wenn das Herr Fru wüsste.
Der Makler hat mir dann doch noch einen Besichtungstermin bewilligt. Nächsten Mittwoch. Das wird mich nicht sehr viel weiter bringen, denn der Laden nimmt nur etwa ein Fünftel der Gesamtfläche ein. Ohne die Kneipe würde ich mit dem Laden nichts anfangen können. Ich muss also versuchen, den Kauf von Laden und Kneipe gleichzeitig auf den Weg zu bringen. Das eine ohne das andere funktioniert nicht. Trotzdem, ich freue mich auf Mittwoch. Nächste Woche werde ich auch dazu kommen, weitere Infos über Rollstuhlwohnungen einzuholen. Außerdem will ich unsere Steuerberaterin zum Thema Firmengründung befragen. Aber jetzt ist erstmal Pfingsten, und ich versuche, mich zu entspannen.
8. Juni Angst vor der eigenen Courage
Schon wird mir schwummrig beim Gedanken an die Verantwortung, die ich übernehme. Noch ist kein Vertrag unterzeichnet, nichts Wesentliches passiert. Aber ich hab schon feuchte Hände.
Was ich heute vormittag geschafft hab:
- mit der Behindertenbeauftragten telefoniert, die sagt: Der Bedarf ist groß! Nicht nur Mietinteressenten, auch Interessenten für Eigentumswohnungen. Sie hat mir die Nummer eines Bauingenieurs gegeben, der auf barrierefreies Bauen spezialisiert ist, und mit dem ich über den Grundriss sprechen kann.
- mit Horst telefoniert. Er will mir seine Firma abtreten, die er nicht mehr braucht und die nur dazu taugte, seinem Vater ein kleines Geschäftsführer-Salär zu besorgen.Sowas ist mir suspekt, und ich sage, für mich sei das nur interssant, wenn er Geld in der Firma drinließe, als stille Einlage.Beim ersten mal übergeht er die implizierte Frage. Als ich beharre, will er wissen, was ich eigentlich genau vorhabe. Also erkläre ich ihm den ganzen Plan.
Er meint, die Bank würde kein Geld dafür geben. Aber wenn doch, dann könnten wir das ja vielleicht gemeinsam machen.
Im Klartext, er würde Gesellschafter werden wollen. Haha. Will ich mir so einen ausgefuchsten Typen ins Boot holen?
Es geht darum, so viel Geld wie möglich einzusammeln, um der Bank eine gewisse Sicherheit zu geben. Geld kommt nur dahin, wo schon Geld ist, oder: Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen.
- für morgen einen Termin bei der Bank gemacht. Einfach mal vorfühlen, wie die Stimmung so ist.
"Meine" Bankerin ist nicht gerade ein Kommunikationsgenie. Sie will Zahlen hören, die sie sogleich in ihren Rechner hackt, und dann sagt sie: Zinsen soundso viel Prozent, monatliche Belastung so und so hoch, Restschuld X nach X Jahren. Bisher hat sie immer gestaunt, wie günstig ich einkaufe. Und dass ich das mit den Handwerkern so hinkriege - "Sie als Frau!" - sagt sie.
Meine Güte. Wie wird es weitergehen.
C-Bloggerin, heimatlos
Unfreiwillig bin ich zur Blog-Host-Testerin geworden. Bei Wordpress fühlte ich mich wohl und sicher als Anfängerin. Das Design ist chic und die Bedienung überaus komfortabel. Aber die Nachbarschaft des Nazi-Blogs Deutschlandpolitik und die ständige Präsenz von "Big Brother 9" auf der Hitliste irritierten mich zunehmend: Gibts da wirklich so viele, die diesen hirnlosen Quatsch lesen? Oder ist die Hitliste manipuliert? - Beide Möglichkeiten finde ich gleichermaßen unsympathisch. Deshalb bin ich zu Twoday gewechselt. Aber da finde ich längst nicht den Komfort, den ich von Wordpress gewohnt bin. Jetzt also Google. Mal schauen.
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